Blauregen

Blauregen

Botanischer Name: Wisteria

Schon von Weitem ziehen uns die blauen, weißen oder rosafarbenen herabhängenden Blütentrauben in ihren Bann. In einem Bauerngarten ist der Blauregen ein Must-have. Sie ist die am schnellsten wachsende Schlingpflanze und verwandelt so manch trist wirkende Wand, Zaun oder Pelargode in ein romantisches Blütenmeer.

Drei verschiedene Blauregensorten

Der Blauregen ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die Schönheit stammt aus Ostasien und Amerika. Die drei Blauregen-Sorten die man am häufigsten im Bauerngarten findet, sind folgende:

Japanischer Blauregen (Wisteria floribunda)

Der japanische Blauregen erreicht eine Wuchshöhe (Länge) von ca. 30 Meter. Die eindrucksvollen Blütentrauben der japanischen Schönheit werden 30 bis zu 60 Zentimeter lang. Zeitgleich mit dem Laubaustrieb bilden sich im Mai und Juni die Blüten. Von der Basis bis zur Spitze öffnen sich die einzelnen Blüten nacheinander.

Chinesischer Blauregen (Wisteria sinensis)

Selbsttragend erreicht der chinesische Blauregen eine Wuchshöhe von 10 Meter, kann er aber an einem Baum emporklettern, so erreicht er eine Höhe (Länge) von 20 bis 30 Meter. Die Blütezeit beginnt Mitte April und an einem guten, sonnigen Standort blüht sie ein zweites Mal Mitte Juni.

Amerikanischer Blauregen (Wisteria frutescens)

Der amerikanische Blauregen eignet sich durch seine Wuchshöhe (Länge) von ca. 6 Meter auch für kleinere Gärten oder Kübel. Dieser Blauregen ist nicht so bekannt wie seine asiatischen Verwandten, aber mindestens genauso schön. Seine Blütentrauben erreichen eine Länge von 15 Zentimeter, duften und bilden sich ab Mai.

Das Blattwerk der drei Sorten ist fast identisch. Die Einzelblätter sind unpaarig gefiedert und bestehen aus sieben bis elf ovalen Fiederblättchen. Die braunen Früchte dagegen sind lange, schmale und behaarte Hülsen die Samen enthalten.

Die Glyzinie ist ein wahrer Insektenmagnet und versorgt Bienen wie auch Hummeln mit Nahrung. Sie ist eine der besten Bienennährgehözen. Auch in der Vogelwelt, steht sie auf dem Speiseplan, denn im Frühjahr werden ihre Knospen gerne von Sperlingen und anderen Vogelarten gefressen.

Der Blauregen hat viele verschiedene Namen, er wird unter anderem auch Glyzinie, Wisterie oder Wistarie genannt. Fälschlicherweise wird die Pflanze auch als Glyzine, Glycine oder Glycinie bezeichnet.

Verschiedene Sorten, unterschiedliche Pflege?

Um den unbändigen Wuchs des Blauregens einzudämmen, sollte er den richtigen Standort bekommen. Ein unüberlegtes Plätzchen kann in Ihrem Garten oder am Haus großen Schaden anrichten. Pflanzen Sie sie daher nicht in die Nähe von Regenrinnen oder sonstigen Rohren.

Der Blauregen ist eine robuste, starkwachsende, verholzende Kletterpflanze, die Wärme liebt und keine hohen Ansprüche hat. Suchen Sie einen Platz in Ihrem Garten oder auf der Terrasse, an dem den ganzen Tag die Sonne scheint: Denn je dunkler der Blauregen steht, desto weniger Blütentrauben bilden sich. Direkt bei der Pflanzung sollte eine Pflanzhilfe, wie z.B. ein Rankgitter oder ein Spalier zum Einsatz kommen, damit die Pflanze Stabilität bekommt. Es wird einige Jahre dauern, bis es zur ersten Blüte kommt. Mit herkömmlicher, guter Gartenerde gibt sich die asiatische Schönheit zufrieden. Versorgen Sie die Pflanze mit ausreichend Wasser, aber vermeiden Sie Staunässe, denn dann laufen Sie Gefahr das die Blüten taub (absterben) werden. Von April bis August können Sie den Blauregen düngen, am besten mit einem kalkfreien Dünger der nicht zu viel Stickstoff beinhaltet.

Die Glyzinie kann auch als Kübelpflanze gehalten werden. Verwenden Sie einen Kübel, der eine ausreichende Größe hat. Die auf der Terrasse oder Balkon gehaltenen Glyzinien sind nicht so starkwüchsig wie die im Freiland.

In den ersten Jahren sollte die im Garten gesetzten Kletterpflanzen einen Winterschutz aus Reisig, Laub, Vlies oder Tannenzweigen bekommen. Die im Kübel lebenden Exemplare sollten in ein frostfreies, aber kühles Quartier gestellt werden. Sollten Sie nicht die Möglichkeit haben, den Kübel unterzustellen, umwickeln Sie das Gefäß mit einer Decke, Jutesäcken oder Vlies. Der Gefäßboden sollte auf Steinen oder Stypoporplaten stehen, um nicht direkt in Kontakt mit dem Terrassenboden zu sein.

Steht der Blauregen an einem nicht idealen Standort, so wird er mit Krankheiten darauf reagieren. Wenn es beispielsweise stark regnet und das Wasser nicht optimal ablaufen kann, und sich Staunässe bildet, kann die Chlorose (Vergilbungskrankheit) auftreten. Sie erkennt man durch gelbe Flecken auf dem Laub und wird dazu führen, dass der Blauregen alle Blätter fallen lässt.

Sollte Ihr Blauregen nicht Blühen, lesen Sie den Punkt Verjüngungsschnitt (Radikalschnitt).

Der richtige Schnitt

Es gibt drei verschiedene Schnitte, die Sie bei Ihrem Blauregen anwenden können: Erhaltungsschnitt, Verjüngungsschnitt (Radikalschnitt) und Erziehungsschnitt, alle drei Schnitte werden wir Ihnen nachfolgend erklären.

Erhaltungsschnitt

Dieser Schnitt ist nicht nur da, um den wilden und opulenten Wuchs einzudämmen, sondern er dient dazu, dass der Blauregen regelmäßig und üppig blüht. Die Pflanze blüht nur an alten, kurzen Trieben, daher sollte man sie zweimal im Jahr beschneiden. Am besten direkt nach der ersten Blühphase das erste Mal. Bilden sich an den Seitentrieben neue Triebe, werden diese abgebrochen, um eine Verholzung zu verhindern. So wird die Bildung von Blütenknospen angeregt.

Der zweite Schnitt erfolgt im Winter, wobei die langen Triebe bis auf 2 bis 3 Knospen an den Kurztrieben eingekürzt werden. Die Kurztriebe befinden sich an der Basis der Triebe, sie sind dicker und größer als die Blattknospen.

Sollte der Blauregen im Laufe der Jahre immer weniger oder gar nicht mehr blühen, hilft Ihnen nur noch der Verjüngungsschnitt.

Verjüngungsschnitt (Radikalschnitt)

Wurde über einige Jahre hinweg versäumt den Blauregen zurückzuschneiden, so wird man um einen Verjüngungsschnitt nicht drumherum kommen. Dieser Schnitt hilft der Pflanze, wieder in Form zu kommen und zur Blüte. Der Verjüngungsschnitt wird über mehrere Jahre hinweg angewendet. Hierbei werden die stützenden Haupttriebe abgeschnitten. Als Ersatz wird ein jüngerer Trieb an das Spalier angebunden.

In Extremfällen kann der Blauregen auch bis auf 1 Meter eingekürzt werden. Im nachfolgenden Jahr muss die Pflanzenkrone komplett neu aufgebaut werden.

Dieser extreme Radikalschnitt ist nur empfehlenswert, wenn der Blauregen über mehrere Jahre vernachlässigt wurde und nicht mehr ordentlich blüht.

Erziehungsschnitt

Bei veredelten Blauregen ist darauf zu achten, dass keine Triebe, die auf Bodenhöhe entstehen, durchtreiben. Wenn es doch der Fall sein sollte, entfernen Sie diesen einfach. Je nachdem ob die Jungpflanze an einem Spalier oder einer Pergola entlang wachsen soll, ist es wichtig, das Gerüst aus wenigen Trieben aufzubauen. Dieses Gerüst aus Trieben wird ein lebenslang erhalten bleiben. Alle drei bis vier Jahre wird es dauern bis sich ein ordentliches Gerüst gebildet hat. Sollte Sie dem Blauregen freien Lauf lassen, dann werden sich die Triebe sehr schnell ineinander verwinden, dass ein Rückschnitt nicht mehr möglich ist.

Bei einer Erziehung an einem Wandspalier werden die Triebe auf ca. 70 bis 90 Zentimeter über einem kräftigen Auge abgeschnitten. Alle Seitentriebe werden entfernt und der gekürzte Leittrieb wird stramm am Spalier befestigt. Im Sommer werden nur zwei Seitentriebe stehen gelassen und in einem 45° Winkel am Spalier hoch geleitet.

Soll der Blauregen an einem Rosenbogen oder einer Pergola entlang wachsen, dann werden zwei bis drei der kräftigsten Haupttriebe an der Kletterhilfe festgebunden. Winden Sie die Äste um das Gerüst. Der Verlängerungstrieb wird im Spätsommer oder Ende des Winters jedes Jahr aufs Neue auf ca. ein Meter eingekürzt. Durch den entstehenden Saftstau wird die Bildung von Seitentrieben angeregt.

Unerwünschte oder überflüssige Triebe können an der Basis entfernt werden.

Erziehung zum Stämmchen

Möchten Sie aus Ihrer Jungpflanze ein Stämmchen machen, dann sollten Sie folgendes beachten:

Wählen Sie den kräftigsten Ast aus und kürzen ihn um ein Drittel, wickeln sie diesen mit Jute ein und binden ihn an einen Pfahl als Stütze an. Alle anderen Triebe können abgeschnitten werden. Im nächsten Jahr entscheiden Sie wie hoch das Stämmchen werden soll, und kürzen ihn auf die Länge. Im dritten Jahr geht es an die finale Phase. Jetzt bekommt der Blauregen seine endgültige Form, unterhalb der gewünschten Krone werden alle Seitentriebe konsequent dicht am Stamm abgeschnitten. Innerhalb der Krone werden die Triebe auf drei bis fünf Augen gekürzt. Im vierten Jahr wird der Blauregen-Hochstamm auf die gleiche Weise wie der Blauregen der an einer Pergola, Rosenbogen oder am Spalier wächst geschnitten.

Es erfordert viel Zeit und noch mehr Geduld einen Blauregen selbst in einen Hochstamm zu verwandeln, aber es lohnt sich in jeder Hinsicht.

Giftig oder nicht giftig?

Alle Pflanzenteile des Blauregens sind giftig und enthalten Alkaloide. Die Rinde und die Wurzeln enthalten giftiges Glykosid. Folgende Symptome entstehen, wenn etwas von der Pflanze verzehrt wird: Magenbeschwerden, Erbrechen, Durchfall und geweitete Pupillen. Bei Kindern reichen schon zwei Samen! Für Tiere ist die Pflanze genauso giftig mit ähnlichen Symptomen wie für uns Menschen.

Vermehren eines Blauregens

Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten den Blauregen zu vermehren. Wir werden Ihnen diese Varianten erläutern.

Vermehrung durch Samen

Verwenden Sie entweder Saatgut aus dem Handel oder die 10 Zentimeter langen Samenhülsen die sich Ende Juli an der Pflanze bilden.

Sammeln Sie die Samenhülsen ein und legen Sie diese in eine Schüssel. Schon nach kurzer Zeit platzen die Hülsen auf und die Samen liegen frei. Ritzen Sie die Samen ein bisschen an und legen Sie diese 24 Stunden ins Wasser zum vorquellen. Danach können Sie den Samen mit einem Gemisch aus Sand und Aussaaterde in einen Topf setzen, den Sie immer gut feucht halten. Um eine konstante Feuchtigkeit und Temperatur zu gewährleisten, stellen Sie den Topf in einen Kunststoffbeutel mit Druckverschluss auf die Fensterbank. Füllen Sie etwas Wasser mit ein paar Tropfen Universaldünger in den Beutel und verschließen ihn. Ein weiteres Gießen entfällt, weil keine Feuchtigkeit entweichen kann. Die optimale Temperatur ist tagsüber 25°Celsius und nachts 20°Celsius.

Vermehrung durch Stecklinge

Schneiden Sie im Juli ca. acht Zentimeter lange, frische Triebe von der Mutterpflanze ab. Den Steckling können Sie nun in einen mit feuchter Gartenerde gefüllten Topf stecken. Stellen Sie den Topf an einen halbschattigen Ort und lassen Sie die Erde nicht austrocknen. Nach einiger Zeit werden die Wurzeln sichtbar und die kleine Jungpflanze kann in den Garten gepflanzt werden.

Vermehrung durch Senker

Diese Art der Vermehrung ist die einfachste und unkomplizierteste. Suchen Sie sich im Frühjahr einen kräftigen Trieb aus, der im unteren Drittel der Mutterpflanze sitzt. Biegen Sie ihn vorsichtig Richtung Boden ohne den Trieb vom Hauptstamm zu trennen. Dann häufen Sie Erde auf den Trieb und befestigen ihn am besten mit Haken aus stabilem Draht. Sobald sich Wurzeln an der befestigten Stelle gebildet haben kann er von der Mutterpflanze getrennt werden.

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